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 Nepal
 


In den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts steht nach wie vor, dass von Reisen nach Nepal abgeraten wird, wenn diese nicht unbedingt notwendig sind. OK – die 10-tägige Nepalreise zusammmen mit meiner Mami IST unbedingt notwendig. Aber auch sonst ist dieser Sicherheitshinweis momentan absoluter Blödsinn !!! Zugegeben – letzte Woche wurde in Nepal gestreikt. Aber das wird in anderen Regionen auch. Oder wurde Euer Müll mittlerweile weggeräumt ?? Bei Kommunalwahlen letzte Woche hat es einige Tote gegeben. Aber dies ist für Nepal (leider) normal. Bereits seit 1996 kämpfen die Maoisten für die Abschaffung der Monarchie und für mehr Entwicklung in den ländlichen, und somit armen Regionen des Himalaya-Königreichs. Sie kämpfen für die Errichtung eines kummunistischen Systems. Dabei sind vor allem im Westen Nepals, wo fast keine Touris hinkommen, bereits Tausende Menschen zu Tode gekommen. Aktuell gibt es neben den Maoisten auch noch das „7-Parteien-System“. Diese Parteien versuchen, den König zu stürzen und erkennen auch die Maoisten nicht an. Untereinander können die Parteien aber auch nicht miteinander und viele der „Politiker“ sind korrupt. Die Kommunalwahlen letzte Woche waren deshalb auch eine Pharse. Der König hat nur seine Getreuen und die „Geschmierten“ der Parteien als Kanditaten zugelassen. Und wer nicht „mitgespielt“ hat wurde zum Rückzug der Kandidatur gezwungen und manchmal halt einfach über den Haufen geschossen. Die Wahlbeteiligung lag offiziell bei ca. 10 Prozent. In Wirklichkeit waren es wohl wesentlich weniger. Und wen wundert es, dass die Königstreuen die Wahl gewonnen haben ??    
Die „normale“ Bevölkerung hat diese Wahl nur am Rande interessiert und die meisten Leute waren nur froh, dass dieser „Wahl-Kampf“ jetzt wieder vorbei ist. Normalität ist eingekehrt.
In Kathmandu ist seit unserer Ankunft alles wie immer. Ein paar gelangweilte Soldaten stehen an manchen Straßenecken – und das wars.

 
Nicht die politische Situation im Land sondern der Straßenverkehr hat meine Mami in Angst und Schrecken versetzt! Auf der halbstündigen Fahrt vom Flughafen zum Hotel rief sie mehrmals „Oh Gott“ und hat sich die Hände vor die Augen gehalten. Ich hatte sie zwar gewarnt, aber „das muss man gesehen und erlebt haben um es zu glauben“. Die Jungs fahren halt wie die Verrückten! Zwar nicht schnell, aber immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Wer zu früh bremst, nicht hupt oder gar ausweicht hat verloren. In der einsetztenden Dämmerung wird natürlich kein Licht angemacht, denn sonst wirkt ja die Lichthupe nicht mehr so richtig..... Schon während dr Fahrt fällt meiner Mutter auf, dass wirklich Alles direkt an der Straße verkauft wird. Elektoartikel, Obst, Gemüse, Fleisch und auch Ziegenköpfe....

Wirklich begeistert ist meine Mutter von den schönen, sauberen und geräumigen Zimmern im „International Guest House“. Hier essen wir mit meinen nepalesischen Freunden, die uns mit Blumengirlanden empfangen haben, zu Abend. Bereits jetzt stellt sich heraus, dass „Elfriede“ für den nepalesischen Sprachgebrauch zu kompliziert ist und man einigt sich auf „Mama“....Da wir beide im Flieger nicht so recht schlafen konnten, vereinbare ich mit „Mama“, dass ich sie am nächsten Morgen nicht zu früh wecken werde..... Es donnert und ich wache auf! Mama steht vor der Tür und will endlich los....Wir gehen in meine Lieblingsbäckerei zum Frühstücken. Butterbrezeln und Spiegelei ! Mama bestellt einen „Black Coffee“ und einen „Milk Coffee“, schüttet beide in eine Tasse und es scheint zu schmecken. Anschließend laufen wir durch den Thamel, das Touriviertel von Kathmandu. Es ist wenig bis nix los, woran die Sicherheitshinweise der Auswärtigen Ämter bestimmt ihren Teil dazu beitragen. Mama stört das allerdings nicht und sie findet unzählige Dinge, die sie mit nach Hause nehmen will. Schmuck, Kleidung, Bilder, Tiger Balm, Tee, Gewürze, Elefanten für Ben, Teppiche... Mieten wir uns für den Rückflug halt einen privaten Airbus! Da aber momentan noch ich unsere Kohle verwalte, kann zumindest vorerst nichts passieren....

Wir verlassen den Thamel und kommen in die „normalen“ Geschäftsviertel von Kathmandu. Die Gassen werden enger und dreckiger. Alles wird auf der „Straße“ feilgeboten. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Außer Touris, denn hier kaufen nur die Einheimischen ein. Zum Glück fallen wir hier nicht auf ! Exotische Düfte liegen im Gewürz- und Teemarkt in der Luft. Gemüse und Obst wird fast überall angeboten. Dann wieder Fahrräder und Mopeds in einer dunklen, verwinkelten Gasse. Bunte Stoffläden, einige Uhrenläden und hellerläuchtete Schmuckgeschäfte....

Wir erreichen den Durbar Square, den alten Königspalast von Kathmandu. Auch hier sind fast keine Touris sondern nur Locals unterwegs, die uns „very good and very cheep“ ihr Kunsthandwerk anbieten wollen. Und wir schlagen jetzt ein erstes mal zu ! Tiger Balm. Nachdem uns eines für 250 Ruppees angeboten wurde erhalten wir letztendlich 4 Stück für 100 Ruppees - und das war wahrscheinlich immer noch zu teuer. Mama lässt sich mit ein paar heiligen Männern ablichten und ist von den vielen Tauben begeistert, die die alten Gebäude vollscheißen.....   

Der Durbar Square liegt in der Mitte von Kathmandu. Viele buddistische und hinduistische Tempel stehen hier in einem friedlichen Nebeneinander in jeder Größe herum. Kleine, mit roter Farbe angemalte Schreine. Aber auch große Gebäude mit drei- und vierfachen, weit vorstehenden Dächern, die ofmals mit vergoldeten kleinen Glocken behängt sind. Gebaut wurden diese Gebäude, die oft auch imposante Schnitzereinen zieren, ab dem 12. Jahrhundert. Der Durbar Square ist ein „öffentliches Museum“, in dem das Leben spielt. Leider wird man immer wieder von Einheimischen belästigt, die einem Irgendetwas andrehen wollen

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Am Nachmittag besuchen wir dann „meine“ Kinder in der „Ideal English School“. Stolz zeigen sie uns ihre Klassenzimmer, den Wissenschaftsraum und den Computerraum. Ich kann mit dem Schulleiter sprechen und erfahre, dass wohl alle Fünf das Klassenziel erreichen werde. Da in dieser Woche die wichtigsten Examen stattfinden, werde ich eingeladen, mir nächste Woche die Ergebnisse der Kinder anzusehen.      

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, denn Ram, unsere privater Taxifahrer bringt uns nach Pushpatinath, dem ehrwürdigsten aller nepalesischen Shiva-Heiligtümer. Der Tempel ist eine große Wallfahrtsstätte und hier am heiligen Bhagmati-Fluss zu sterben und an dessen Ufer verbrannt zu werden, bedeutet für die gläubigen Hindus die Seligkeit. Und diese Totenverbrennung finden in der Regel am frühen Morgen statt. Ein älterer Mann liegt wie friedlich schlafend auf einem Ghat, einem Treppenvorsprung direkt am Fluss. Lediglich ein paar im Hintergrund heulende Frauen deuten darauf hin, dass es sich hier um eine Beerdigung bzw. Totenverbrennung handelt. Der Tote wird ausgezogen und die Wäsche ins heilige Wasser geworfen. Dann wird der Tote in gelbe Tücher gewickelt, auf einen Holzstoss gelegt und mit Blumen verziert. Diese Aufgaben müssen die Söhne des Toten übernehmen, damit dieser ins Nirwana aufsteigen kann. Für strenggläubige Hindus ein Grund solange Kinder zu zeugen, bis ein Junge dabei herauskommt.... Nun tritt der ganz in Weiß gekleidete „Brennmeister“ nach vorne, bedeckt die Leiche mit Stroh und zündet dieses an an. Weißgrauer Rauch steigt nach oben und schnell brennt der „Scheiterhaufen“ lichterloh.  Noch bevor das Feuer heruntergebrannt ist, verlässt die zumeist emotionslose Trauergemeinde die Ghats. Der Brennmeister kehrt das noch brennende Holz (oder auch Knochen) in den heiligen Fluss. Ein paar Meter weiter waschen sich einige Gläubige im heiligen Wasser... Meine Ma ist zuerst von der Totenbrennung angewiedert. Doch nachdem sie sich an diese „Normalität“ gewöhnt hat, wirkt auch auf sie diese Szenerie höchst beruhigend und friedlich. Abstoßend ist lediglich das stinkende und dreckige „Heilige Wasser“ des Flusses. Doch nicht das Wasser ist dreckig – sondern die Menschen, die sich darin ihre Sünden abwaschen !!! Ganz in der Nähe liegt in einem schönen Tempelbezirk das Altersheim von Mutter Theresa. 130 Alte verbringen hier bei Tanz und Gesang ihren Lebensabend. Alle sind glücklich, denn sie sterben ja an den heiligen Wassern des Bhagmati... 

Wir sind heute ins „Temba-House“ zum Mittagessen eingeladen. Temba höchstpersönlich lässt es sich nicht nehmen, für uns köstliche Spagetthi mit Tomatensoße zu kochen. „Das schmeckt besser als zu Hause.“ Aber Mama wundert sich, dass nur wir beide essen und alle anderen uns beim Essen zusehen ... Erst als wir fertig gespeist haben, verziehen sich alle in die Küche und essen selber....   In der Nachmitagssonne holen wir uns in den Liegestühlen auf dem Dach unseres Hotels erstmals etwas Farbe...

Gestern sind wir früh aufgestanden – heute quasi mitten in der Nacht. Schon um 5.45 Uhr erwartet uns Ram im Vorhof des Hotels. Um 6 Uhr müssen wir am Flughafen sein, denn wir machen heute einen „Mountain-Flight“ ! Leider wird das Flughafengebäude erst um 6.30 Uhr geöffnet und wir stehen eine Ewigkeit in der Kälte rum. Der Flug selber ist für mich eher langweilig, denn ich habe das Himalaya-Panorama schon des Öfteren aus wesentlich besserer Perspektive gesehen. Doch für jemand, der diese imposante Bergwelt noch nie gesehen hat und wie meine Mama wohl auch niemals mehr zum Trecking da hinkommen wird, ist dieser Flug mit Sicherheit ein großartiges Ereignis. Angeblich war Mama auch zwischenzeitlich den Tränen nahe! Innerhalb einer Stunden sieht man neben dem Mount Everest, mit 8.850 Metern der höchste Berg der Erde, noch 8 der insgesamt 14 Achttausender !! 

Am Mittag „müssen“ wir uns die neue Wohnung von Dawa und Suku, den Eltern meiner Patenkinder, anschauen. Dawa und Suku leben die meiste Zeit im Langtang Valley, wo sie eine Lodge betreiben, während die Kinder Nima, Sonam, Lobsang, Leila und Pikas in Kathmandu zur Schule gehen. (Unterstützung beim jährlichen Schulgeld von 1.200 US-Dollar pro Kind nehme ich natürlich nach wie vor dankend an !! Konto 71 013 008 bei VoBa Crailsheim, BLZ 622 910 20). Da es für den jetzt 5-jährigen Pikas und die 6-jährige Leila nicht einfach ist ca. 9 Monate im Jahr von den Eltern getrennt zu leben, habe ich mich mit Dawa im letzten Jahr geeinigt, ihnen für rund 500 Euro jährlich in der Nähe der Schule eine 2-Zimmer-Wohnung zu mieten, in der sie zusammen mit den Kindern immer mal wieder ein Wochenende verbringen können. Diese Wohnung war zwar ein ziemlich dunkles Loch, aber besser als nichts. Leider hat es dann wohl immer wieder Probleme mit der Wasser- und Stromversorgung gegeben und Dawa hat eine neue „Wohnung“ angemietet. Diese kostet jetzt nur noch 300 Euro im Jahr. 200 Euro billiger als diese dunkle Höhle – ich befürchte schon das Schlimmste. Auch die Anfahrt lässt nicht Gutes vermuten. Wir fahren immer weiter zur Stadt hinaus. Die Schlaglöcher werden immer größer und tiefer und Ram sogt sich um sein Auto. Mama ist es anzusehen, dass sie von dieser „Fahrt“ äußerst „begeistert“ ist. Plötzlich kommen wir in ein Neubaugebiet. Und das meine ich jetzt wirklich so. Viele neue Häuser in den verschiedensten Größen sind hier in der letzten Zeit entstanden. Die „Straße“ ist zwar nach wie vor unter aller Sau, aber ansonsten bietet sich uns jetzt ein wirklich nettes Ortsbild. Ich bin äußerst positiv überrascht. Die 2 Zimmer von Dawas Familie sind sehr geräumig und vor allem durch jeweils 2 große Fenster sehr hell. Die Toilette, die sie sich mit einer anderen Familie teilen, ist angenehm sauber. Vor dem Haus hat es einen kleinen Garten, in dem Knoblauch wächst. Negativ ist nur der kleine, dreckige Bach, der am Haus vorbeifliesst. Allerdings kann man von fließen kaum reden, denn es hat seit Monaten nicht mehr geregnet und die Stinkbrühe „steht“ eher als sie fließt......

Dawa und Suku haben für uns Dhal Bhat gekocht. Dhal Bhat ist das nepalesische Nationalgericht, das aus Reis und Linsensuppe besteht. Dazu gibt es dann Gemüse, Hähnchen-Curry und zum Nachtisch Kokos-Jughurt.

Am Nachmittag bringt uns Ram nach Swayambunath, den Affentempel. Die Stupa von Swayambunath liegt auf einem bewaldeten Hügel und überblickt das ganze Kathmandutal. Sie ist eine der wichtigsten Stätten des Buddhisus.

Knapp 200 Treppenstufen führen zu der schönen Stuppa hinauf, von der die „All-Seeing-Eyes“ auf die Stadt hinuntersehen. Damit wir uns diesen Aufstieg sparen, greifen wir von Hinten an. Dort steht seit 2 Jahren eine rund 15 Meter große, vergoldete Buddha-Statue. Oben an der Stupa laufen einige Gläubigen im Uhrzeigersinn um die Stupa und bringen die vielen Gebetsmühlen zum Laufen. Glocken werden geläutet und Räucherstäbchen angezündet. Überall wehen Gebetsfahnen. Unzählige Affen springen hier herum. Aus vielen Lautsprechern dröhnt das schöne Lied “Om mani padme hum”, das wirklich sehr gut hierherpasst. Schade nur, dass wie schon in den Vorjahren die Lautsprecher nicht aufeinander abgestimmt sind…
Aus einem Nebengebäude ist der Singsang von Mönchen zu hören. Hinter einer riesigen Gebetsmühle sitzen sich die Mönche in ihren roten Gewändern in 2 Reihen gegenüber und zitieren in einer Art Sprechgesang aus dem Mantra. Hier habe ich im Vorjahr die Trommel schlagen dürfen ! Heute schauen wir nur zu wie die Mönche singen und musizieren. Auch dieses mal wird die Zeremonie immer lauter und zu guter letzt gibt es Nudelsuppe....

Da die Kinder heute schulfrei haben, machen wir einen Familienausflug in die alte Königstadt Bhaktapur. Fast eine Stunde brauchen wir mit dem Hotel-Minibus auf den überfüllten und staubigen Straßen für die knapp 20 Kilometer. Bhaktapur hat sein ursprüngliches Stadtbild bewahrt. Oder besser gesagt wiedererlangt. Denn vor allem mit deutschen Steuergeldern wurde hier die komplette Stadt restauriert. Bhaktapur ist jetzt eine Art „Rothenburg Nepals“ – eine tolles Freilichtmuseum mit vielen tollen Bauwerken. Da im Stadtzentrum keine Autos erlaubt sind, hält sich auch die Luftverschmutzung in Grenzen. Touris dürfen mit fast 10 Euro ein für Nepal astronomisches Eintrittsgeld bezahlen und somit für den Erhalt der Architektur der Bauwerke beitragen. Die Stadt zeichnet sich durch den großen Reichtum an mehrstöckigen Tempeln aus. Die Eingänge der Tempel und der einzelnen Stockwerke werden von großen Tier- und Götzenfiguren mit abstoßenden Fratzen bewacht. Für die Kinder dienen sie aber eher als Reittiere...

Wir besuchen zuerst den Dattatreya-Tempel im Osten der Stadt. Der 3-stöckige, turmartige Tempel mit begehbaren Balkonen liegt friedlich am Ende eines großen Platzes. Das melodische „Om mani padmu hum“ klingt uns in den Ohren. Der etwas gewöhnungsbedürftige Geruch von Räucherstäbchen hängt in der Luft. Ein nerviger, lebrakranker Bettler erhofft sich ein Almosen. Der ganze Tempel besteht aus wunderschönen Holzschnitzereien. Doch die schönsten Schnitzereien gibt es in einer Seitengasse beim Pfauenfenster zu bestaunen. Da meine Ma von den Schnitzereien begeistert ist, will sie gleich unzählige davon mit nach Hause nehmen. Wir einigen uns dann auf 2 Elefanten. Zusammen mit Nima handelt sie den Preis von 1.000 Ruppees aus. Ich tausche daraufhin den kleinen Elefanten gegen einen größeren aus und bezahle dafür insgesamt 600 Ruppees. Der Verkäufer jammert uns was von wegen „no profit“ vor. Aber wahrscheinlich haben wir immer noch viel zuviel bezahlt....     Vor einem dunklen Haus liegt ein schmutziges Kleinkind und heult wie am Spieß. Ein Frau – wohl die Mutter – komt herbei und zieht das Kind wie einen toten Hund ins Haus. Wir sind erschüttert.....

Der Nyatapola-Tempel ist mit 5 Stockwerken der größte und beeindruckendste Tempel der Stadt. Von einer Dachterasse haben wir auf ihn und den Nyatapola-Platz einen herrlichen Blick. Unten spielt eine Hochzeitskapelle lustige Lieder. Krachmusikoff auf nepalesisch. Dann besuchen wir den Töpfermarkt. Hunderte von Tonfiguren liegen hier in der Sonne zum trocknen. Auch hier sorgen wir ordentlich für Umsatz – allerdings nicht, ohne um jeden Ruppee zu feilschen.

Da die Kids mittlerweile keinen Bock mehr auf Kultur haben, lassen wir den großflächigen Durbar Square mehr oder weniger links liegen und beenden die interessante Stadtbesichtigung.

 

Wenn man Kathmandu in Richtung Süden über den Bagmati-Fluss verlässt, kommt man nach Lalitpur („die schöne Stadt“) oder Patan, wie der alte, aber gebräuchlichere Name lautet. Patan bedeutet nur „Stadt“ und von „schön“ kann hier auch nicht unbedingt die Rede sein. In Patan gibt es um den Königspalast herum zwar auch viele schöne Tempelanlagen, doch mit Bhaktapur kann Patan nicht mithalten. Auch stinkt es hier ganz enorm, was vielleicht auch mit der aktuellen Wasserknappheit zu tun hat. Im Mangal Hiti, dem Badebrunnen des Palastbereichs wurden früher nur religiöse Waschungen vorgenommen. Heute stehen an den 3 Schlangenköpfen, aus denen das Wasser plätschert, die Einheimischen mit Plastiktonnen an, um Trinkwasser zu sammeln.

Überall wird einem ziemlich aggressiv „Kunsthandwerk“ angeboten. Als ich einen Schlangenbeschwörer photografiere, legt mir sein Kollege so ein Riesenteil um den Hals. Ma und die Kinder flüchten…. Äußerst beeindruckend sind in Patan die Stromleitungen. Hunderte von Kabel hängen in einem riesigen Durcheinander an den einzelnen Strommasten. Kein Wunder, dass hier immer wieder der Strom ausfällt…. Am 5-stöckigen Kumbheshvara-Tempel ist der Gestank von einzelnen kleinen Feuern und vielen dreckigen Ziegen kaum auszuhalten. Mehrere völlig verdreckte Mädchen betteln…

Anschließend besuchen wir den Zoo. Aber auch hier ist alles staubtrocken und die meisten Tiere verstecken sich in ihren Hütten. Highlight für die Kids ist hier die „Mini-Achterbahn“.

Wir lassen uns heute von Ram nach Pharping an den Talrand des Kathmandu-Tales fahren. In dieser Gegend sind besonders viele kleine buddhistische und hinduistische Heiligtümer angesiedelt. Eine ordentliche Straße, für die wir 10 Ruppees Maut zahlen müssen, führt uns aus dem versmogten Talkessel heraus. Je weiter wir nach oben kommen umso besser wird die Luft und die Sicht. Leider ist es auch hier oben in knapp 1.800 Meter Höhe noch ziemlich diesig, so dass von der Bergwelt des Himalaya nichts zu sehen ist. Wir kommen an einem See vorbei, an dessen Zufluss viele Tanklastwagen mit Wasser gefüllt werden. Terassenbau prägt hier drausen das Landschaftsbild...

Das Dakshin Kali-Heiligtum liegt in einem engen, bewaldeten Tal zwischen zwei Bächen. Die reizvolle Landschaft steht im krassen Gegensatz zu den blutigen Tieropfern, die an diesem Pilgerort dargebracht werden. Geopfert werden nur männliche Tiere, zumeist Hähne oder Ziegenböcke. An der Zufahrtsstraße zum Dakshin Kali werden diese „Opfer“ dann auch zahlreich zum Kauf angeboten. Ich will mir einen Hahn erwerben um ihn zu opfern – aber Ma verbietet mir dies angewiedert.... Ein Tempelschlachter schneidet den Tieren die Kehle durch und bespritzt die Kultbilder der blutrünstigen Gottheiten mit deren Blut. Für seinen Dienst wird er meistens mit dem Kopf des Opfertiers bezahlt. Der Rest des Tieres wird in einem Schuppen am Rand des Tempelbezirks gebrüht, enthäutet und ausgenommen. Anschließend gibt es ein Festmahl.... Leider ist im Tempel gerade Mittagspause, so dass wir die Action verpassen...    

Anschließend besichtigen wir eine neue Tempelanlage in Pharping. Eine schöne große Pagode ragt in den Himmel. In deren inneren sind 1.000 kleine Stupas und 1.000 kleine Buddhas aufgereiht.

Auf der Rückfahrt halten wir an einer Anlage mit 4 Wasserbecken, die von Bäumen beschattet sind. Im klaren Wasser schwimmen Fische, die hier als Glücksbringer von frommen Buddhisten ausgesetzt wurden.

Auf einer schmalen Hängebrücke kann man die Chobar-Schlucht überqueren. Tief unten bahnt sich das Wasser des Bagmati seinen Weg durch die Felsen. Das schäumende Wasser verbreitet einen ekelerregenden Gestank und es sieht von hier oben wie in einer Kläranlage aus – nur dass das Wasser nach der Schlucht immer noch dreckig ist.... Ma ist nicht nur von dem angenehmen Duft angetan, sondern auch von dem Schaukeln der Brücke....

Der Bagh Bhairava-Tempel in Kirtipur ist einer der bedeutensten Hindu-Tempel des Tales. Da er momentan restauriert wird, ist er leider mit vielen Bambusstangen, die als Gerüst verwendet werden, verdeckt. Highlight in Kirtipur ist dann aber der Besuch bei Ram’s „Newar-Familie“, einem hinduistischen Volksstamm. Völlig unvorbereitet führt er uns in ein Haus und plötzlich stehen wir in einer Weberei. Rund 20 Mädels sitzen im Halbdunkel an Webstühlen und erstellen zum Takt von lauter Hindu-Musik, die aus einem Ghettoblaster dröhnt, riesige Teppiche. Ein lautes Geschnatter setzt ein und alle Lachen – ich glaube, die Mädels wollen mich alle heiraten.... Dann führt uns Ram in ein „Restaurant“. Zwei dunkle Zimmer, in dem ausschließlich rauchende Männer auf dem Boden sitzen und mit den Händen irgendetwas Undefinierbares essen. Ma flüchtet sofort wieder nach draussen. Ich setzte mich neben Ram und beobachte, wie der Wirt in der Ecke auf einem kleinen Elektroherd die verschiedensten Gerichte zaubert. Ich bekomme eine Newar-Brot gereicht. Keine Ahnung aus was das besteht und im Halbdunkel ist (zum Glück ?) auch nichts zu erkennen. Über das Brot wird eine scharfe Soße geschüttet. Das Teil schmeckt echt Klasse – man darf halt nicht an die möglichen Konsequenzen denken....             

An unserem letzten Tag kurbeln wir mit unseren Einkäufen noch etwas die heimische Wirtschaft an, besuchen noch die „schlafende Vishnu“ und Bodhnat, die größte buddhistische Stupa in Nepal. Viele Gläubige laufen mit Gebetsketten oder Gebetsmühlen in der Hand im Uhrzeigersinn um das Gebäude. Auch hier ist überall das „Om mani padme hum“ zu hören.

 

Am Abend verabschieden wir uns von „meinen Kindern“. Mir fällt der Abschied nicht schwer, denn bereits Anfang April werde ich wieder für einen „Kurzurlaub“ nach Nepal reisen. Geplant habe ich eine 3-wöchige Treckingtour durch das Langtang- und Helambu-Gebiet. Doch besonders freue ich mich auf die anschließende Pilgertour zum Kailash in Tibet. Natürlich wird es dann auch wieder einige Newsletter geben....